Alltagsbegleiter Gehalt 2026: Was Betreuungskräfte wirklich verdienen und woran es hängt

Laura SteinLaura Stein · 08. Oktober 2026

Alltagsbegleiter und Betreuungskräfte in Pflegeheimen verdienen 2026 mindestens den Pflegemindestlohn von 16,52 € pro Stunde (ab 1. Juli), das sind bei Vollzeit rund 2.800 € brutto. Nach TVöD-P P 5 sind es 2.907 bis 3.629 €, Portale nennen Mediane zwischen 2.500 und 3.200 €. Im ambulanten Bereich nach § 45a gilt oft nur der allgemeine Mindestlohn von 13,90 €.

Beim Alltagsbegleiter Gehalt liegen die Zahlen im Netz so weit auseinander wie bei kaum einem anderen Beruf: Ein Portal nennt 2.491 € im Monat, das nächste 3.203 €. Beide haben recht, weil sich hinter dem Namen zwei verschiedene Jobs verstecken. Betreuungskraft, Präsenzkraft, Seniorenbetreuerin, Alltagsbetreuerin, Betreuungsassistentin, zusätzliche Betreuungskraft: Der Begriff ist nicht geschützt, und die Bezahlung hängt davon ab, ob du in einem Pflegeheim nach Paragraf 43b arbeitest oder ambulant nach Paragraf 45a.

In meiner Beratung sind das oft Frauen zwischen 45 und 60, die aus dem Handel, der Gastronomie oder der Familienphase kommen und eine Arbeit mit Menschen suchen, ohne drei Jahre Ausbildung. Wie so ein Quereinstieg grundsätzlich gelingt, haben wir an anderer Stelle beschrieben. Für genau diese Entscheidung brauchst du die ehrlichen Zahlen: die gesetzliche Untergrenze, den Tarif, die Portalwerte und den Weg, der dein Gehalt wirklich verändert.

Alltagsbegleiter Gehalt auf einen Blick: Untergrenze, Tarif, Portale

Was Betrag brutto Grundlage
Untergrenze im Pflegeheim ab 01.07.2026 16,52 € pro Stunde, bei Vollzeit gerundet 2.800 € im Monat Pflegemindestlohn für Pflegehilfskräfte, 7. Pflegearbeitsbedingungenverordnung
Untergrenze außerhalb von Pflegebetrieben 13,90 € pro Stunde, bei Vollzeit gerundet 2.350 € allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn 2026
Tarif TVöD-P P 5 (Stufe 1 bis 6) 2.907,18 bis 3.629,25 € Tabelle gültig ab 01.05.2026, Eingruppierung laut Gehaltsportalen
AVR Diakonie Entgeltgruppe 3 2.909,97 € (Stufe 1) bis 3.180,06 € (Stufe 3) laut medi-karriere, gültig ab 01.09.2026
Portal-Mediane 2.491 € (Stepstone Betreuungskraft) bis 3.203 € (medi-karriere Betreuungskraft) Portaldaten 2026

Die Spanne zwischen 2.350 und 3.600 € ergibt sich aus dem Unterschied zwischen einem ambulanten Alltagsbegleiter-Job zum allgemeinen Mindestlohn und einer Betreuungskraft in einem tarifgebundenen Pflegeheim. Darum geht es im nächsten Abschnitt.

Zwei Berufe, ein Name: Betreuungskraft nach § 43b oder Alltagsbegleiter nach § 45a

Betreuungskraft nach § 43b SGB XI Alltagsbegleiter nach § 45a SGB XI
Einsatzort stationäre Pflegeeinrichtung (Pflegeheim, Tagespflege) ambulant, zu Hause bei Pflegebedürftigen, Nachbarschaftshilfe, Betreuungsgruppen
Rechtsgrundlage bundeseinheitlich, Anspruch der Bewohner auf „zusätzliche Betreuung und Aktivierung“ Landesrecht, „Angebote zur Unterstützung im Alltag“, je Bundesland anders geregelt
Qualifizierung mindestens 160 Unterrichtsstunden plus 40 Stunden Orientierungspraktikum plus zwei Wochen Betreuungspraktikum (Richtlinie des GKV-Spitzenverbands) je Bundesland geregelt, z. B. NRW 40 UE für 183,80 €, Baden-Württemberg 40 Stunden für 299 €
Finanzierung Vergütungszuschlag der Pflegekasse, eine Vollzeitkraft je 20 Bewohner, Bewohner werden nicht belastet Entlastungsbetrag der Pflegebedürftigen, Abrechnung über anerkannte Anbieter
Lohnuntergrenze Pflegemindestlohn 16,52 € (ab 07/2026) allgemeiner Mindestlohn 13,90 €, in Pflegebetrieben ebenfalls Pflegemindestlohn
Typischer Arbeitgeber Pflegeheim, kommunal, kirchlich oder privat ambulanter Dienst, Verein, Nachbarschaftshilfe, Privathaushalt

Wenn du in einer Stellenanzeige „Alltagsbegleiter“ liest, prüfe als Erstes, welcher Weg gemeint ist. Der 160-Stunden-Kurs nach § 43b öffnet dir das Pflegeheim und damit den Pflegemindestlohn. Der kurze Kurs nach § 45a ist gut zum Ausprobieren, führt aber oft nicht über den allgemeinen Mindestlohn hinaus.

Pflegemindestlohn 2026: die Untergrenze, die kaum ein Portal aktuell nennt

Seit dem 1. Juli 2026 gilt die Siebte Pflegearbeitsbedingungenverordnung. Sie legt drei Stufen fest: Pflegehilfskräfte bekommen mindestens 16,52 € pro Stunde, ab Juli 2027 16,95 €. Hilfskräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung bekommen 17,80 € (ab 2027 18,26 €), Pflegefachkräfte 21,03 € (ab 2027 21,58 €). Bis Ende Juni 2026 lagen die Werte bei 16,10, 17,35 und 20,50 €.

Für dich zählen zwei Stellen der Verordnung. Paragraf 1 Absatz 2 erfasst alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Pflegebetrieben. Absatz 4 stellt klar, dass auch Beschäftigte dazugehören, die mindestens ein Viertel ihrer Arbeitszeit „tagesstrukturierend, aktivierend, betreuend oder pflegend“ mit Pflegebedürftigen verbringen. Das beschreibt deine Arbeit als Betreuungskraft. Die Gewerkschaft ver.di nennt Alltagsbegleiter, Betreuungskräfte und Präsenzkräfte ausdrücklich als erfasst. Ausgenommen sind Krankenhäuser und, wichtig für den ambulanten Bereich, Beschäftigungen außerhalb von Pflegebetrieben, etwa direkt im Privathaushalt. Dort gilt der allgemeine Mindestlohn von 13,90 €.

Umgerechnet, gerundet und als eigene Rechnung: 16,52 € bei 39 Wochenstunden sind rund 2.800 € brutto im Monat. Das ist deine Untergrenze im Pflegeheim, egal wie klein der Träger ist. Dazu kommt ein Nebeneffekt der Verordnung, auf den ver.di hinweist: bei einer Fünf-Tage-Woche neun zusätzliche Urlaubstage, insgesamt also 29. Laut Bundesgesundheitsministerium fallen rund 1,3 Millionen Beschäftigte unter diese Regelung.

Alltagsbegleiter Gehalt nach TVöD-P: P 5, P 6 und der Eingruppierungsstreit

Kommunale Pflegeheime zahlen nach dem TVöD für die Pflege, kurz TVöD-P. Die Tabelle gilt vom 1. Mai 2026 bis 31. März 2027 und enthält die Erhöhung um 2,8 Prozent.

Entgeltgruppe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6
P 5 (Ungelernte, ungeprüfte Pflegehelfer) 2.907,18 € 3.146,33 € 3.216,62 € 3.334,09 € 3.422,22 € 3.629,25 €
P 6 (einjährige Ausbildung, z. B. geprüfte Altenpflegehelfer) 3.012,49 € 3.187,41 € 3.363,47 € 3.737,95 € 3.833,41 € 4.013,41 €

Gehaltsportale wie medi-karriere und sozial-karriere ordnen Betreuungskräfte in P 5 ein, bei höherer Verantwortung in P 6. Ganz so einfach ist es nicht. Die Entgeltordnung der kommunalen Arbeitgeber führt seit 2017 in Abschnitt XI unter Ziffer 4a die „Alltagsbegleiter und Betreuungskräfte“ auf und verweist dort auf die allgemeinen Tätigkeitsmerkmale, also die Entgeltgruppen 2 bis 4 der allgemeinen Tabelle, nicht der Pflegetabelle. In der Praxis kommt beides vor. Manche Heime führen Betreuungskräfte als Pflegehilfskräfte in P 5, andere in der allgemeinen Tabelle. Frag im Gespräch konkret nach Tabelle, Entgeltgruppe und Stufe. Als eigene Rechnung: P 5 Stufe 1 entspricht bei 39 Wochenstunden gerundet 17,14 € pro Stunde, also knapp über dem Pflegemindestlohn.

Kirchliche Träger zahlen nach eigenen Richtlinien. Für die Diakonie nennt medi-karriere die Entgeltgruppe 3 mit 2.909,97 € in Stufe 1 und 3.180,06 € in Stufe 3, gültig ab September 2026. Für die Caritas liegt mir nur ein Beschluss aus dem Jahr 2022 vor, aktuelle Tabellenwerte konnte ich nicht verifizieren. Frag dort direkt nach.

Was die Portale sagen: sechs Werte, eine Erklärung

Quelle Beruf laut Portal Median oder Durchschnitt brutto/Monat Spanne
Stepstone Betreuungskraft 2.491 € (29.900 €/Jahr) 25.600 bis 34.600 €/Jahr
Stepstone Alltagsbegleiter/in 2.525 € (30.300 €/Jahr) 25.900 bis 35.300 €/Jahr
medi-karriere Alltagsbetreuer 2.791 € 2.357 bis 3.385 €
gehalt.de Betreuungskraft, Alltagsbegleiter/in 2.795 € 2.523 bis 3.096 €
medi-karriere Alltagsbegleiter, Betreuungsassistent 2.987 € Einstieg ab 2.300 bzw. 2.518 €
medi-karriere Betreuungskraft 3.203 € 2.675 bis 3.860 €

Die Portale mischen Heimstellen, ambulante Jobs, Teilzeit und Vollzeit in unterschiedlichem Verhältnis, deshalb weichen die Werte so stark ab. Medi-karriere nennt als Basis Tarifdaten und Werte der Bundesagentur für Arbeit. Realistisch ist beim Betreuungskraft Gehalt im Pflegeheim nach § 43b im Jahr 2026 ein Korridor zwischen dem Pflegemindestlohn von rund 2.800 € und dem Tarif von etwa 3.000 bis 3.600 €.

Betreuungskraft Gehalt nach Bundesland: wo mehr drin ist

Die folgenden Werte stammen von medi-karriere (Stand August 2026) und sind Portalwerte, keine Tarifwerte.

Bundesland Monatsgehalt brutto (Portalwert)
Baden-Württemberg 2.927 €
Hessen 2.907 €
Hamburg 2.880 €
Bayern 2.856 €
Nordrhein-Westfalen 2.805 €
Rheinland-Pfalz 2.767 €
Bremen 2.734 €
Saarland 2.714 €
Berlin 2.695 €
Niedersachsen 2.669 €
Schleswig-Holstein 2.641 €
Sachsen 2.466 €
Thüringen 2.463 €
Brandenburg 2.458 €
Sachsen-Anhalt 2.438 €
Mecklenburg-Vorpommern 2.403 €

Zwischen Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern liegen 524 € im Monat. Auffällig ist, dass die Werte in den östlichen Ländern unter der Vollzeit-Untergrenze des Pflegemindestlohns von rund 2.800 € liegen. Meine Deutung: Portalwerte enthalten Teilzeitstellen, und Teilzeit ist in Pflegeeinrichtungen laut Bundesgesundheitsministerium mit rund 65 Prozent der Beschäftigten (Stand 2021) bundesweit die Regel. Dazu kommen ambulante Stellen außerhalb der Verordnung. Für dich heißt das: Bei Vollzeit im Heim gleicht der Pflegemindestlohn regionale Unterschiede weitgehend aus. Die Portalwerte zeigen eher, wie viele Stellen in einer Region Teilzeit oder ambulant sind.

Alter und Erfahrung: warum die Kurve flach ist

Hier kommt der Teil, den ich in der Beratung immer anspreche. Gehalt.de weist für Betreuungskräfte mit unter drei Jahren Erfahrung 2.761 € aus, mit über neun Jahren 2.798 €. Das sind 37 € Unterschied in fast einem Jahrzehnt. Die Bundesagentur für Arbeit, zitiert von medi-karriere, sieht für 25- bis 54-Jährige einen Median von 3.046 €, für über 55-Jährige 2.922 €. Frauen verdienen dabei weniger als Männer, 2.965 gegen 3.309 € bei den 25- bis 54-Jährigen.

Deutlicher als das Alter wirkt die Größe des Arbeitgebers. Bei Trägern mit unter 100 Beschäftigten nennt gehalt.de 2.716 €, bei über 20.000 Beschäftigten 2.995 €. Eine naheliegende Erklärung ist die Tarifbindung großer Träger. Die ehrliche Schlussfolgerung: Als Betreuungskraft steigst du über die Jahre kaum. Mehr Gehalt bringt ein Wechsel zu einem großen Tarifträger oder der nächste Abschluss, dazu unten mehr.

Netto: was vom Alltagsbegleiter Gehalt übrig bleibt

Stepstone rechnet für 31.700 € Jahresbrutto in Steuerklasse I etwa 1.717 € netto im Monat vor, medi-karriere nennt eine Nettospanne von 1.849 bis 2.486 €, sozial-karriere macht aus 2.791 € brutto rund 1.910 € netto. Alles Portalangaben, gerundet. Bei Vollzeit zum Pflegemindestlohn liegst du netto grob bei 1.900 €, im Tarif etwas darüber.

Die Qualifizierung: 160 Stunden, Praktikum, Kosten

Die Richtlinie des GKV-Spitzenverbands nach § 53b regelt bundeseinheitlich, was du für den Einsatz nach § 43b brauchst. Ein pflegerischer oder therapeutischer Berufsabschluss ist ausdrücklich nicht erforderlich. Stattdessen:

  1. Ein Orientierungspraktikum von 40 Stunden in einer Pflegeeinrichtung, vor dem Kurs. Entfällt, wenn du schon mindestens 40 Stunden in Betreuung oder Pflege gearbeitet hast.
  2. Die Qualifizierungsmaßnahme mit mindestens 160 Unterrichtsstunden, aufgeteilt in Basiskurs (100 Stunden), ein zweiwöchiges Betreuungspraktikum und Aufbaukurs (60 Stunden). 160 Unterrichtsstunden zu 45 Minuten sind gerundet 120 Zeitstunden.
  3. Jährlich mindestens 16 Unterrichtsstunden Fortbildung, solange du beschäftigt bist.

Was das kostet, hängt vom Anbieter und von deiner Förderung ab:

Anbieter Dauer Kosten Voraussetzungen laut Anbieter
apm (Vollzeit) 160 Unterrichtsstunden an 21 Tagen plus 10 Praxistage 1.249,60 € (umsatzsteuerfrei), Bildungsgutschein möglich Führungszeugnis, Gesundheitsnachweis, 40 h Orientierungspraktikum
WBS Training 8 Wochen Unterricht plus 4 Wochen Praktikum, rund 2 Monate Vollzeit bis zu 100 % Förderung Deutsch B1, Führungszeugnis ohne Eintrag, 40 h Orientierungspraktikum
TÜV Rheinland Akademie 1 bis 3 Monate, Vollzeit oder Teilzeit, virtuelles Klassenzimmer bei Fördervoraussetzungen 100 % kostenfrei mindestens fünftägiges Praktikum vor Beginn
Malteser 160 Unterrichtseinheiten plus 80 Stunden Betreuungspraktikum je Veranstaltungsort mindestens 16 Jahre, Deutsch B1, 40 h Orientierungspraktikum
Marktüberblick (Kursportal alltagora, Stand 08/2026) ca. 800 bis 2.000 € ohne Förderung

Ohne Job bekommst du den Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters bezahlt. Mit Job zahlst du selbst oder verhandelst mit dem künftigen Arbeitgeber. Frag vor der Buchung, ob er die Kosten übernimmt, etwa gegen eine Bindungszusage. Ein Führungszeugnis steht nicht in der Richtlinie, wird aber von Anbietern und Arbeitgebern häufig verlangt.

Mehr verdienen: von der Betreuungskraft zur Pflegehelferin

Die 160-Stunden-Qualifizierung ist der Einstieg. Vier Wege, die dein Gehalt nachweisbar verändern:

  1. Die einjährige Ausbildung zur Pflegehelferin oder Altenpflegehelferin. Sie hebt dich in die zweite Stufe des Pflegemindestlohns (17,80 €) und im TVöD-P von P 5 nach P 6, in Stufe 6 also von 3.629 auf 4.013 €. Laut Richtlinie gilt sie zugleich als volle Betreuungskraft-Qualifikation.
  2. Die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft mit dem Mindestlohn von 21,03 € und der P-7-Tabelle ab 3.510 €. Für Quereinsteigerinnen um die 50 ist das ein großer Schritt. Frag beim Träger nach, ob er eine Umschulung begleitet.
  3. In Baden-Württemberg die zweijährige Berufsfachschule zur staatlich anerkannten Alltagsbetreuerin mit 960 Stunden Theorie und 1.600 Stunden Praxis. Ein Schulabschluss ist nicht nötig, der Hauptschulabschluss wird mit der Prüfung erworben.
  4. Der Wechsel zu einem großen, tarifgebundenen Träger. Der Abstand zwischen kleinen und sehr großen Arbeitgebern in den gehalt.de-Daten liegt bei rund 280 € (eigene Rechnung aus 2.716 und 2.995 €), das ist mehr, als neun Berufsjahre bringen.

Falls du noch zwischen mehreren sozialen Berufen abwägst: Die Sozialassistenz ist die schulische Alternative mit ähnlicher Gehaltsstufe, aber besserem Anschluss an die Erzieherausbildung. Die Zahlen stehen in unserem Beitrag zum Sozialassistent Gehalt. Und wenn der Wechsel in die Betreuung für dich ein Neustart nach 50 ist, lies vorher unseren Beitrag zur Jobsuche ab 50, dort geht es um die Fragen, die vor der Kurswahl kommen.

Bedarf: 5,7 Millionen Pflegebedürftige und 52.000 Betreuungskräfte

Das Statistische Bundesamt zählte Ende 2023 5,7 Millionen Pflegebedürftige, 15 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Rund 800.000 von ihnen leben vollstationär in einem der 16.500 Pflegeheime. Dort arbeiteten laut Bundesgesundheitsministerium im Dezember 2023 rund 52.000 zusätzliche Betreuungskräfte nach § 43b, finanziert über den Schlüssel von einer Vollzeitkraft je 20 Bewohner.

Und es wird mehr. Das Statistische Bundesamt erwartet für 2035 zwischen 5,6 und 6,3 Millionen Pflegebedürftige, für 2055 zwischen 6,8 und 7,6 Millionen. Beim Personal fehlen laut derselben Behörde bis 2049 je nach Szenario 280.000 bis 690.000 Pflegekräfte. Für dich heißt das gute Chancen auf eine Stelle, denn der Betreuungsschlüssel ist gesetzlich festgelegt und der Bedarf wächst mit jedem neuen Heimplatz. Mehr Gehalt bringt das allein nicht. Dafür bleiben Tarifbindung und Weiterqualifizierung die beiden Hebel.

Ein Tag als Betreuungskraft im Pflegeheim

Der Tag beginnt mit der Übergabe im Team. Du erfährst, wer eine schwere Nacht hatte und wer heute Einzelbetreuung braucht. Am Vormittag leitest du ein Gruppenangebot, etwa Gedächtnistraining oder Bewegung im Sitzen, und begleitest zwischendurch einzelne Menschen, die nicht in die Gruppe kommen.

Nach dem Mittagessen folgt eine ruhigere Phase, danach das Nachmittagsangebot, häufig mit Angehörigen. Zum Schluss dokumentierst du, wer teilgenommen hat, denn die Pflegekasse finanziert deine Stelle und will das belegt sehen. Du hast in diesem Job Zeit für Menschen, die im Pflegealltag sonst zu kurz kommen. Schwer wird er an Tagen, an denen niemand mitmachen will, und bei Abschieden. Beides gehört dazu.

Häufige Fragen zum Alltagsbegleiter Gehalt

Was verdient eine Betreuungskraft nach § 43b?

Das Betreuungskraft Gehalt nach § 43b liegt mindestens beim Pflegemindestlohn von 16,52 € pro Stunde (ab 1. Juli 2026), bei Vollzeit gerundet 2.800 € brutto. Nach TVöD-P P 5 sind es 2.907 bis 3.629 €, Portale nennen zwischen 2.491 € (Stepstone, Median) und 3.203 € (medi-karriere, Durchschnitt).

Gilt der Pflegemindestlohn für Alltagsbegleiter?

Ja, wenn du in einem Pflegebetrieb arbeitest. Das regelt Paragraf 1 Absatz 2 der Pflegearbeitsbedingungenverordnung, Absatz 4 stellt klar, dass auch Beschäftigte erfasst sind, die mindestens ein Viertel ihrer Zeit betreuend oder aktivierend mit Pflegebedürftigen verbringen. Außerhalb von Pflegebetrieben, etwa direkt im Privathaushalt, gilt nur der allgemeine Mindestlohn von 13,90 €.

Was verdient ein Alltagsbegleiter netto?

Laut Stepstone etwa 1.717 € netto im Monat bei 31.700 € Jahresbrutto in Steuerklasse I, medi-karriere nennt 1.849 bis 2.486 €, sozial-karriere rechnet 2.791 € brutto in rund 1.910 € netto um. Alles Portalangaben, gerundet.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Betreuungskraft und was kostet sie?

Nach der Richtlinie des GKV-Spitzenverbands mindestens 160 Unterrichtsstunden plus 40 Stunden Orientierungspraktikum plus zwei Wochen Betreuungspraktikum. In Vollzeit dauert das je nach Anbieter rund sechs Wochen (apm) bis drei Monate (TÜV Rheinland). Kosten ohne Förderung 1.249,60 € bei apm, laut Kursportal alltagora bis rund 2.000 €, mit Bildungsgutschein in der Regel kostenfrei.

Was ist der Unterschied zwischen Alltagsbegleiter und Betreuungskraft?

Im Sprachgebrauch werden beide Begriffe gleich verwendet, rechtlich liegen Welten dazwischen. Die Betreuungskraft nach § 43b arbeitet im Pflegeheim mit 160-Stunden-Qualifizierung und Pflegemindestlohn. Der Alltagsbegleiter nach § 45a arbeitet ambulant nach Landesrecht, je Bundesland mit einem kurzen Kurs von oft 40 Stunden, häufig zum allgemeinen Mindestlohn. Prüfe bei jeder Anzeige, welcher Weg gemeint ist.

Wie viel verdient man in Teilzeit mit 30 Stunden?

Nach TVöD-P P 5 Stufe 1 gerundet 2.240 € brutto im Monat, denn 30 von 39 Stunden sind etwa 77 Prozent von 2.907,18 €. Zum Pflegemindestlohn sind es bei 30 Stunden gerundet 2.150 €, ebenfalls eigene Rechnung. Stepstone nennt für 30 Wochenstunden rund 22.700 € im Jahr.

Fazit von Laura

Das Alltagsbegleiter Gehalt hat 2026 eine klare Untergrenze, die dir kaum ein Portal sagt: 16,52 € im Pflegeheim, rund 2.800 € bei Vollzeit. Darüber entscheidet der Träger, mit Tarif bis etwa 3.600 €. Die Kurve über die Jahre ist flach, der Weg nach oben führt über die einjährige Pflegehelfer-Ausbildung oder den Wechsel zu einem großen Tarifträger. Prüfe bei jeder Stelle, ob § 43b oder § 45a dahintersteht, und frag nach Tabelle und Entgeltgruppe. Der Beruf gibt dir Zeit für Menschen. Dass er dich auch ernähren kann, dafür musst du die richtige Tür wählen.

Quellen