Babysitter Stundenlohn 2026: Was du wirklich verlangen kannst
Babysitter verdienen 2026 meist 13 bis 15 € pro Stunde. Unter 18 sind es eher 8 bis 12 €, angemeldete Nannys kommen laut quitt-Report auf 18,25 €. Ab 18 und angemeldet gilt der Mindestlohn von 13,90 €. Abends, am Wochenende und bei mehreren Kindern kommen 10 bis 20 % obendrauf.
Die Frage nach dem Babysitter Stundenlohn habe ich mir mit 15 zum ersten Mal gestellt, als die Nachbarn fragten, ob ich am Freitagabend auf ihre zwei Kinder aufpasse. Ich hatte keine Ahnung, was ich sagen soll, und habe am Ende genommen, was sie mir gegeben haben. Das war zu wenig, wie ich heute weiß. Dass ich mit 15 abends eigentlich gar nicht hätte arbeiten dürfen, wusste damals auch niemand.
Im Netz wird die Frage erstaunlich schlecht beantwortet. Die Treffer sind Forenthreads von Eltern, die sich gegenseitig fragen, was „angemessen“ ist, oder Ratgeber von Vermittlungsplattformen, die aus Elternsicht schreiben. Hier drehe ich das um. Du erfährst, was du je nach Alter und Erfahrung realistisch verlangen kannst, woher die Zahlen kommen, was rechtlich gilt und wie du den Preis nennst, ohne rot zu werden.
Babysitter Stundenlohn auf einen Blick: drei Zahlen, drei Wahrheiten
Für 2026 gibt es mehrere Durchschnittswerte, und sie liegen weit auseinander. Der Grund: Jede Quelle misst eine andere Art von Babysitting. Das Babysitter Gehalt, wenn man es so nennen will, schwankt je nach Quelle um fünf Euro.
| Quelle | Durchschnitt pro Stunde | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Sitly (Plattformdaten 2026) | 13,31 € | Inserate von Sittern aller Altersstufen, viele Schüler und Studierende |
| Babysits (Plattformdaten 2026) | 13,81 € | dito, 2025 waren es 13,76 € |
| Kidsit (Hilfe-Center) | 14,50 € | Sitter-Angaben auf der Plattform, ohne Datum |
| quitt Haushaltshilfen-Report 2026 | 18,25 € brutto | 1.935 angemeldete Verträge, überwiegend Nannys mit festen Stunden und Ausbildung |
| Gesetzlicher Mindestlohn 2026 | 13,90 € | gilt ab 18 bei angemeldeter Beschäftigung |
Die Plattformwerte zwischen 13 und 15 € sind das, was Familien aktuell für Gelegenheits-Babysitting zahlen. Die 18,25 € von quitt sind das andere Ende, nämlich feste, angemeldete Verträge. Dazwischen liegt dein Verhandlungsspielraum. Je näher du an „angemeldet und qualifiziert“ rückst, desto näher kommst du an die 18 €.
Stundenlohn nach Alter: 13, 16, 18 oder Studentin
Das Alter ist der größte Hebel, und zwar aus einem rechtlichen Grund, den ich weiter unten erkläre. Hier erst mal die Staffel, wie sie sich aus den Plattformdaten 2026 ergibt.
| Alter oder Status | Realistischer Stundenlohn | Grundlage |
|---|---|---|
| 13 bis 14 Jahre | 8 bis 10 € | unteres Ende der Sitly-Spanne für unter 18, nur leichte Betreuung am Tag |
| 15 bis 17 Jahre | 10 bis 12 € | oberes Ende der Sitly-Spanne für unter 18, mehr Verantwortung und längere Einsätze |
| Ab 18, Studierende | 13 bis 15 € | Plattform-Durchschnitte 2026, angemeldet mindestens 13,90 € |
| Mit Erfahrung oder pädagogischer Ausbildung | bis 18 € | Sitly-Obergrenze, quitt-Report 18,25 € für Nannys |
Sitly nennt für alle Sitter unter 18 pauschal 8 bis 12 €. Die Aufteilung nach Alter ist meine Einordnung aus Erfahrung und aus den Zeitgrenzen, die ich weiter unten erkläre. Mit 13 oder 14 bist du bei 8 bis 10 € gut bezahlt, weil du rechtlich nur kurz und nur tagsüber darfst und die Eltern meist in der Nähe bleiben. Mit 16 und ein paar Referenzen sind 12 € drin, vor allem wenn du Geschwisterkinder betreust oder bei den Hausaufgaben hilfst. Ab 18 solltest du dich nicht mehr unter 13 € verkaufen, denn ab hier gilt bei einer angemeldeten Beschäftigung der Mindestlohn, und die Eltern wissen das.
Warum es unter 18 keinen Mindestlohn gibt
Das Mindestlohngesetz nimmt Jugendliche unter 18 ohne abgeschlossene Berufsausbildung ausdrücklich aus. So steht es in Paragraf 22 Absatz 2. Für dich heißt das, mit 16 hast du keinen gesetzlichen Anspruch auf 13,90 €, egal ob angemeldet oder nicht. Das ist die ehrliche Lage. Umgekehrt spricht aber nichts dagegen, dass du mit 17 trotzdem 12 € verlangst, wenn du gut bist. Das Gesetz setzt für dich keine Untergrenze. Einen Deckel setzt es auch nicht.
Was den Preis nach oben treibt: Abend, Wochenende, Geschwister
Der Stundenlohn ist selten eine feste Zahl. Sitly hat aus den Plattformdaten Aufschläge abgeleitet, die sich mit meiner Erfahrung decken:
- Abend und Wochenende: 15 bis 20 € statt 13 bis 15 €, also ein Aufschlag von 10 bis 20 %. Freitag- und Samstagabend sind die Zeiten, in denen Eltern wirklich jemanden brauchen.
- Kurzfristige Anfragen: plus 20 %. Wenn die Mail am Samstagmittag für Samstagabend kommt, darfst du das einpreisen.
- Mehrere Kinder: plus 10 bis 20 %. Zwei Kinder sind mehr als doppelte Arbeit, wenn eins schläft und das andere nicht.
- Qualifikation: plus 1 bis 2 € pro Stunde für einen Erste-Hilfe-Kurs am Kind, einen Babysitter-Kurs oder pädagogische Erfahrung.
Für einen ganzen Tag mit acht Stunden nennt Sitly 80 bis 150 €. Rechne selbst nach: 14 € mal 4 Stunden sind 56 € für einen Abend, gerundet. Bei 18 € mit Abendaufschlag landest du bei 72 €. Das ist der Unterschied zwischen „kann ich mal machen“ und einem echten Nebenjob.
Babysitter Stundenlohn nach Stadt
Wo du wohnst, macht bis zu gut drei Euro Unterschied. Babysits hat für 2026 die durchschnittlichen Stundensätze nach Städten ausgewertet:
| Stadt | Stundenlohn 2026 (Babysits) |
|---|---|
| München | 15,51 € |
| Düsseldorf | 14,52 € |
| Berlin | 14,49 € |
| Frankfurt | 14,40 € |
| Hamburg | 14,32 € |
| Köln | 14,04 € |
| Bochum | 12,29 € |
Der quitt-Report bestätigt das Muster bei den angemeldeten Verträgen: Bayern liegt mit 18,92 € vorn, Rheinland-Pfalz mit 16,00 € hinten. Kurz gesagt, München und Süddeutschland zahlen am meisten, das Ruhrgebiet am wenigsten. In kleineren Orten ohne Plattformdaten orientierst du dich am nächsten Großstadtwert und gehst etwas darunter.
Ab wann und wie lange darfst du babysitten? Die Regeln ab 13
Babysitten ist einer der wenigen Jobs, die das Jugendarbeitsschutzgesetz schon ab 13 erlaubt. Die Kinderarbeitsschutzverordnung nennt die Betreuung von Kindern in Privathaushalten sogar ausdrücklich als zulässige Tätigkeit. Es gibt aber klare Grenzen, die du kennen solltest, weil Eltern sie oft nicht kennen.
Mit 13 und 14 gilt: Deine Eltern müssen einverstanden sein, die Arbeit muss leicht sein, höchstens zwei Stunden am Tag, nicht zwischen 18 und 8 Uhr, nicht vor oder während der Schule. Der klassische Samstagabend-Einsatz bis 23 Uhr ist damit für 13- und 14-Jährige formal nicht vorgesehen. Realistisch bleibt der Nachmittag, während die Eltern einkaufen oder einen Termin haben.
Mit 15 bis 17 darfst du bis zu acht Stunden am Tag und 40 Stunden in der Woche arbeiten, aber nur zwischen 6 und 20 Uhr. Eine Babysitting-Ausnahme für später am Abend gibt es im Gesetz nicht. In den Schulferien sind für Schulpflichtige höchstens vier Wochen Job im Kalenderjahr erlaubt.
Diese Zeitgrenzen gelten für Beschäftigungen. Ob ein gelegentlicher Abend bei den Nachbarn rechtlich schon eine Beschäftigung ist, ist nicht eindeutig geklärt. Mein Rat: Halte dich trotzdem daran, und sprich mit den Eltern offen darüber. Vernünftige Eltern finden es gut, wenn du die Regeln kennst.
Schwarz oder angemeldet? Der Minijob im Privathaushalt
Die meisten Babysitter werden bar bezahlt, und niemand meldet etwas an. Das ist verbreitet, aber es kostet dich etwas. Ab 18 lohnt es sich, den Eltern den Minijob im Privathaushalt vorzuschlagen. Das läuft über das Haushaltsscheck-Verfahren der Minijob-Zentrale und ist deutlich einfacher, als es klingt.
So funktioniert es: Die Eltern melden dich mit einem Formular an, die Minijob-Zentrale rechnet die Abgaben aus und zieht sie zweimal im Jahr ein. Du darfst bis zu 603 € im Monat verdienen, das ist die Minijob-Grenze 2026, ab 2027 sind es 633 €. Bei 14 € pro Stunde sind das gerundet 43 Stunden im Monat. Du bist automatisch gesetzlich unfallversichert und hast einen Nachweis für den Lebenslauf.
Für die Eltern kostet das maximal 14,62 % Abgaben auf deinen Lohn. Von den Gesamtkosten bekommen sie 20 % über die Steuererklärung zurück, bis zu 510 € im Jahr. Rechne es einmal durch, gerundet: Bei 250 € Lohn im Monat zahlen die Eltern rund 37 € Abgaben, im Jahr etwa 440 €. Die Steuerermäßigung von bis zu 510 € deckt das komplett ab. Bei 400 € im Monat bleibt nach der Deckelung ein Rest von rund 190 € im Jahr, immer noch weniger als ein halber Monatslohn. Es gibt außerdem die Möglichkeit, Kinderbetreuungskosten seit 2025 zu 80 % als Sonderausgaben abzusetzen, bis 4.800 € pro Kind unter 14. Für dieselben Ausgaben lässt sich aber nur eine der beiden Varianten nutzen. Das ist dein stärkstes Argument für einen fairen Satz: Die Eltern zahlen 15 €, spüren aber deutlich weniger.
Studierende: Minijob, Werkstudent, BAföG
Als Student gilt für dich dieselbe 603 €-Grenze. Verdienst du regelmäßig mehr, ist es kein Minijob mehr. Für Studierende greift dann meist die Werkstudentenregelung, also höchstens 20 Stunden pro Woche in der Vorlesungszeit. Beim BAföG bleibt bis zur Minijob-Grenze alles unberührt, denn der Freibetrag liegt ab 2026 bei 389 € netto im Monat, was 603 € brutto entspricht. Wie sich Babysitten gegen Kellnern, Werkstudentenjob und Nachhilfe schlägt, steht in unserem Vergleich zum Nebenjob im Studium.
Wie du deinen Stundenlohn nennst, ohne dass es peinlich wird
Das war für mich lange der schwierigste Teil. Hier ist, was funktioniert:
- Nenn den Preis vor dem ersten Einsatz, am besten schon in der ersten Nachricht. „Ich nehme 14 € pro Stunde, abends ab 20 Uhr 16 €.“ Das klingt professionell und erspart allen die Stille an der Haustür.
- Begründe kurz, nicht lang. „Das ist der aktuelle Durchschnitt auf Sitly und Babysits“ reicht. Eltern haben keine Lust auf Rechtfertigungen, aber sie mögen es, wenn du weißt, was du tust.
- Biete den Minijob an. „Wenn ihr mich über die Minijob-Zentrale anmeldet, bin ich versichert und ihr könnt es absetzen.“ Damit bist du in einer anderen Liga als die anderen Bewerber.
- Sprich Erhöhungen nach sechs Monaten an. Nach einem halben Jahr kennt ihr euch, dann darf der Preis mitwachsen. Ich habe damals einen Euro mehr verlangt und niemand hat gezuckt.
- Lehne Pauschalen ab, wenn die Zeit offen ist. „50 € für den Abend“ klingt gut, bis der Abend um 1 Uhr endet. Stundenlohn mit fester Endzeit ist fairer für beide Seiten.
Die Grundregeln der Verhandlung sind bei Babysitting dieselben wie im ersten richtigen Job. Falls dir das Thema generell schwerfällt, hilft unser Beitrag mit Tipps zur Gehaltsverhandlung weiter.
Dasselbe Prinzip gilt bei der Nachhilfe, dort mit anderen Sätzen.
Rechenbeispiel: Was am Monatsende übrig bleibt
Zwei Fälle, beide gerundet, damit du ein Gefühl für die Größenordnung bekommst.
Schülerin, 15 Jahre: Zweimal pro Woche drei Stunden am Nachmittag zu 10 €. Das sind 60 € pro Woche und etwa 240 € im Monat bei vier Wochen. Unkompliziert und deutlich mehr als jedes Taschengeld.
Student, 22 Jahre: 20 Stunden pro Woche zu 14 €, also 280 € pro Woche und rund 1.200 € brutto im Monat. Das liegt weit über der Minijob-Grenze, also läuft es als Werkstudentenjob, nicht mehr als Minijob. Sitly rechnet für 20 Wochenstunden konservativer mit 700 bis 900 € im Monat, weil kaum jemand jede Woche voll gebucht ist. Realistisch liegst du irgendwo dazwischen, je nachdem, wie viele feste Familien du hast.
Häufige Fragen zum Babysitter Stundenlohn
Wie viel sollte man als Babysitter pro Stunde verlangen?
Ab 18 zwischen 13 und 15 €, mit Erfahrung oder Ausbildung bis 18 €. Unter 18 sind 8 bis 12 € üblich. Abends, am Wochenende und bei mehreren Kindern kommen 10 bis 20 % dazu.
Was zahlt man einem 14-jährigen Babysitter?
Eher das untere Ende der 8 bis 12 €, die Sitly für Sitter unter 18 nennt, also 8 bis 10 € pro Stunde. Mit 14 darfst du nur leichte Betreuung am Tag übernehmen, höchstens zwei Stunden und nicht nach 18 Uhr, deshalb liegt der Satz unter dem von älteren Sittern.
Wie viel verdient ein Babysitter pro Tag?
Für einen vollen Tag mit acht Stunden nennt Sitly 80 bis 150 €. Ein Abend mit vier Stunden bringt bei 14 € gerundet 56 €, mit Abendaufschlag eher 60 bis 70 €.
Wie viele Stunden darf man babysitten?
Mit 13 und 14 höchstens zwei Stunden am Tag und nicht zwischen 18 und 8 Uhr. Mit 15 bis 17 bis zu acht Stunden am Tag und 40 pro Woche, aber nur zwischen 6 und 20 Uhr. Ab 18 gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz nicht mehr, dafür die Minijob-Grenze von 603 € im Monat, wenn du angemeldet bist.
Gilt der Mindestlohn für Babysitter?
Ab 18 bei angemeldeter Beschäftigung ja, 2026 sind das 13,90 € pro Stunde. Unter 18 ohne abgeschlossene Berufsausbildung nimmt das Mindestlohngesetz dich in Paragraf 22 ausdrücklich aus.
Muss ich Babysitten anmelden oder versteuern?
Als Minijob im Privathaushalt melden die Eltern dich über den Haushaltsscheck bei der Minijob-Zentrale an. Als Minijobber zahlst du selbst keine Steuern, die Pauschalabgaben übernehmen die Eltern. Verdienst du regelmäßig mehr, brauchst du eine reguläre Anmeldung, als Student meist als Werkstudent.
Fazit von Marvin
Der Babysitter Stundenlohn ist 2026 höher, als viele Eltern denken, und höher, als sich viele Sitter trauen zu sagen. Ab 18 sind 13 bis 15 € der Normalfall, mit Erfahrung 18 €. Nenn deinen Preis vorher und biete die Anmeldung als Minijob an. Rechne den Eltern vor, dass sie am Ende weniger zahlen, als sie denken. Der Babysitter Verdienst hängt am Ende weniger vom Kind ab als davon, ob du dich traust, eine Zahl zu sagen. Ich hätte mir mit 15 gewünscht, dass mir das jemand so erklärt. Dann hätte ich an dem Freitagabend nicht genommen, was übrig war.
Quellen
- Sitly: Was kostet ein Babysitter (Stand Mai 2026) und Sitly: Babysitter Verdienst
- Babysits: Diesen Stundenlohn verlangen Babysitter in Deutschland 2026
- quitt Haushaltshilfen-Report 2026: Nanny und Babysitter Kosten
- Minijob-Zentrale: Haushaltshilfe anmelden und Minijob-Grenze 2026
- § 5 Jugendarbeitsschutzgesetz, § 22 Mindestlohngesetz, § 35a EStG
- BMAS: Gesetzlicher Mindestlohn