Nachhilfe Stundenlohn 2026: Was du als Schüler, Student oder Lehrkraft verlangen kannst

Marvin KleinMarvin Klein · 01. Oktober 2026

Der Nachhilfe Stundenlohn liegt 2026 privat bei 10 bis 15 € für Schüler, 15 bis 20 € für Studierende (mit Qualifikation bis 30 €) und 25 bis 40 € für ausgebildete Lehrkräfte. Institute wie Studienkreis oder Schülerhilfe zahlen Honorarkräften deutlich weniger, als sie den Eltern berechnen. Private Nachhilfe ist freiberuflich, kein Gewerbe, und bis 12.348 € im Jahr steuerfrei, wenn du sonst nichts verdienst.

Mein erster Nachhilfe Stundenlohn lag bei 10 €. Erstes Semester, Mathe für einen Neuntklässler aus der Nachbarschaft, und ich war froh, dass überhaupt jemand zahlt. Heute nehme ich 20 € und habe mehr Anfragen, als ich annehmen kann. Dazwischen liegt keine Ausbildung. Dazwischen liegt das Wissen, was der Markt tatsächlich zahlt und wer daran wie viel verdient.

Genau das fehlt in den Foren, die bei Google zu dieser Frage oben stehen. Dort raten Eltern und Studierende sich gegenseitig Zahlen zu, die zwischen 10 und 40 € liegen, und alle haben irgendwie recht, weil niemand sagt, für welches Niveau und welches Modell. Hier kommt die Staffel mit Quellen. Dazu die Steuerfrage, die Regeln für Schüler unter 18 und der Blick darauf, was Institute ihren Tutoren wirklich zahlen.

Nachhilfe Stundenlohn auf einen Blick: die Staffel nach Qualifikation

Der wichtigste Faktor für deinen Preis bist du selbst, genauer: was du nachweisen kannst. Die Plattform nachhilfeunterricht.de nennt in ihrem Blog eine Staffel nach Qualifikation, die sich mit den Spannen von Superprof und unicum deckt.

Qualifikation Stundenlohn privat Grundlage
Schüler 10 bis 15 € nachhilfeunterricht.de; tutorspace: bis Klasse 10 eher 5 bis 15 €, gegen Ende der Schulzeit ca. 20 €
Studierende 15 bis 20 €, mit Qualifikation bis 30 € nachhilfeunterricht.de; unicum: „15 bis 20 € völlig normal“
Absolventen und Fachleute 20 bis 30 € nachhilfeunterricht.de
Ausgebildete Lehrkräfte 25 bis 40 € nachhilfeunterricht.de; unicum Höchstsätze 20 bis 30 €
Gesamtspanne privat 15 bis 50 € Superprof-Blog, Stand Dezember 2024

Der Sprung von Schüler zu Student ist der größte, und er ist verdient: Ein Abiturzeugnis und ein laufendes Studium im Fach sind für Eltern der Nachweis, den sie sehen wollen. Der Sprung von Student zu Lehrkraft ist dagegen kleiner, als viele denken. Mit einem Lehramtsstudium im Fach kannst du aus meiner Sicht schon als Studentin 25 € nehmen, unicum sieht mit Qualifikation bis 30 €.

Nachhilfe Stundenlohn nach Niveau, Fach und Format

Nach der Qualifikation zählt, wen du unterrichtest. Grundschule ist billiger als Abitur, und Präsenz kostet mehr als online. Zwei Quellen nebeneinander:

Niveau nachhilfeunterricht.de Superprof (privat)
Grundschule 12 bis 18 € 15 bis 25 €
Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 10) 15 bis 22 € keine eigene Angabe
Oberstufe und Abitur 18 bis 30 € 20 bis 40 €
Studium 20 bis 35 € 25 bis 35 €

Bei den Fächern liegen nach nachhilfeunterricht.de Physik mit 17 bis 20 € und Programmieren mit 16 bis 22 € oben, Mathe bei 15 bis 18 €, Chemie bei 16 bis 20 €, Deutsch bei 14 bis 19 € und Englisch bei 13 bis 18 € am unteren Ende. Superprof nennt für Mathe in der Grundschule 16 bis 22 €, in der Oberstufe 18 bis 23 € und für Prüfungsvorbereitung 18 bis 24 €.

Online drückt den Preis leicht: nachhilfeunterricht.de sieht online 15 bis 22 € gegen 18 bis 28 € in Präsenz, Superprof für Grundschüler online 12 bis 20 € statt 15 bis 25 €. Für Studium und Oberstufe ist der Unterschied online kleiner, dort geht es um Inhalt, nicht um Anwesenheit.

Meine Regel daraus: Oberstufe in Mathe oder Physik ist Premium. Wenn du das anbieten kannst, fang nicht unter 20 € an.

Privat, Plattform oder Institut: wer wie viel behält

Der Stundenlohn hängt auch davon ab, wer zwischen dir und den Eltern steht.

Privat und über Plattformen

Privat bekommst du jeden Euro, musst aber selbst Schüler finden. Die großen Vermittlungsplattformen nehmen dir dafür erstaunlich wenig ab: Superprof erhebt laut eigener Lehrer-Seite keine Provision, du behältst 100 % deines Stundensatzes, die Schüler zahlen für die Kontaktaufnahme einen Pass von 49 € im Monat. Nachhilfeunterricht.de verspricht ebenfalls null Gebühren und lässt dich den Preis selbst festlegen, tutorspace ist eine kostenlose Vermittlung. Plattform-Preis ist also Netto-Preis. Der Aufwand liegt in einem guten Profil, nicht in Gebühren.

Institute: was Eltern zahlen und was du bekommst

Studienkreis, Schülerhilfe und GoStudent lösen das Kundenproblem für dich, und genau das bezahlst du mit deinem Stundenlohn.

Anbieter Was Eltern zahlen Was Tutoren bekommen
Studienkreis Lerngruppe vor Ort ab 8,40 € pro 45 Minuten (12 Monate, zweimal pro Woche), online Einzel ab 18,45 € „bis zu 800 €“ im Monat auf Honorarbasis, Satz wird lokal festgelegt, nicht veröffentlicht
Schülerhilfe Gruppe mit 3 bis 5 Schülern ab 8,76 € (24 Monate) bis 14,47 € (12 Monate) pro 45 Minuten, Einzel ab 24,12 €, Anmeldegebühr bis 69 € „bis zu 1.000 € im Monat“ als freie Mitarbeiter, Satz nicht veröffentlicht
GoStudent 21,49 bzw. 34,49 € pro Stunde (laut ver.di, 2024) „ab 620 € im Monat bei 10 Einheiten pro Woche“ bis „2.480 € bei etwa 40 Einheiten“, Einheit 50 Minuten

Die GoStudent-Zahlen lassen sich umrechnen, gerundet und als eigene Rechnung: 620 € geteilt durch 10 Einheiten mal 4,33 Wochen ergibt etwa 14,30 € pro 50-Minuten-Einheit. Die Gewerkschaft ver.di beschrieb den Tutoren-Stundenlohn bei GoStudent 2024 als „knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn“. Unicum nennt für angestellte Nachhilfelehrer bei Anbietern generell 12 bis 15 € pro Einheit.

Zum Vergleich: Eine private Einzelstunde kostet laut jobruf durchschnittlich 27,50 € pro 45 Minuten, also gerundet 36,70 € auf die volle Stunde. Das Institut ist der Weg, wenn du sichere Auslastung willst und keine Lust auf Akquise hast. Privat verdienst du bei gleicher Arbeit gut das Doppelte, in der Rechnung oben sogar mehr.

Nachhilfe geben als Schüler: ab 13 erlaubt, aber mit Grenzen

Nachhilfe geben als Schüler ist einer der wenigen Jobs, die das Gesetz ausdrücklich für unter 15-Jährige vorsieht. Die Kinderarbeitsschutzverordnung listet in Paragraf 2 die erlaubten Tätigkeiten für Kinder über 13 auf, und „Nachhilfeunterricht“ steht namentlich dabei. Die Grenzen kommen aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz: Einwilligung der Eltern, höchstens zwei Stunden am Tag, nicht zwischen 18 und 8 Uhr, nicht vor oder während der Schule.

Beim Preis gilt für dich als Schüler keine Untergrenze. Der Mindestlohn von 13,90 € greift hier doppelt nicht: Er gilt nur für Angestellte, und das Mindestlohngesetz nimmt Jugendliche unter 18 ohne Berufsausbildung ohnehin aus. Tutorspace nennt für Schüler bis Klasse 10 fünf bis 15 € und gegen Ende der Schulzeit etwa 20 €. Die dort genannte Untergrenze von sechs bis sieben Euro ist aus meiner Sicht zu wenig. Zehn Euro pro Stunde sind aus meiner Erfahrung ein fairer Start, wenn du ein bis zwei Klassen über deinem Schüler bist und das Fach sicher kannst.

Steuern: Nachhilfe ist freiberuflich, kein Gewerbe

Das ist der Teil, den fast alle falsch machen, entweder aus Angst oder aus Unwissen. Private Nachhilfe ist steuerlich eine unterrichtende Tätigkeit, und Paragraf 18 des Einkommensteuergesetzes zählt unterrichtende Tätigkeiten zu den freien Berufen. Das heißt: kein Gewerbeamt, keine Gewerbeanmeldung. Du meldest dich beim Finanzamt an, dafür gibt es den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den du online über ELSTER ausfüllst. Die Pflicht dazu steht in Paragraf 138 der Abgabenordnung.

Steuern zahlst du dann nur, wenn dein Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt. Der beträgt 2026 12.348 € im Jahr, gerundet 1.029 € im Monat. Wenn du neben der Nachhilfe nichts verdienst, bleibt bis dahin alles steuerfrei. Gib die Einnahmen trotzdem in der Steuererklärung an, mit einer einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung, dann ist alles sauber. Umsatzsteuer ist doppelt kein Thema: Als Kleinunternehmer bleibst du bis 25.000 € Vorjahresumsatz befreit, und Schul- und Hochschulunterricht von Privatlehrern ist nach Paragraf 4 Nummer 21 Umsatzsteuergesetz ohnehin steuerfrei.

Ein Wort zur Übungsleiterpauschale, die in Foren oft als Freibetrag für Nachhilfe genannt wird: Sie liegt seit 2026 bei 3.300 € im Jahr, gilt aber nur für nebenberufliche Tätigkeiten im Auftrag gemeinnütziger oder öffentlicher Einrichtungen, also etwa Nachhilfe über einen Verein, die Volkshochschule oder eine Schule. Private Nachhilfe, die dir Eltern direkt bezahlen, fällt nach dem Gesetzestext nicht darunter. Dafür hast du den Grundfreibetrag.

Ist Nachhilfe Schwarzarbeit?

Nein, solange du sie beim Finanzamt gemeldet hast und in der Steuererklärung angibst. Barzahlung ist nicht das Problem, die fehlende Erklärung ist es. Der Aufwand ist einmal der Fragebogen und dann jährlich ein paar Zeilen in der Steuererklärung. Danach kannst du jedem Elternteil eine Quittung schreiben, und das unterscheidet dich von der Konkurrenz aus dem Forum.

Nachhilfe im Studium: BAföG, Krankenkasse, Werkstudent

Nachhilfe geben als Student hat zwei Grenzen, die du kennen solltest, und beide liegen nah beieinander. Beim BAföG darfst du seit dem 29. Änderungsgesetz bis zur Minijob-Grenze hinzuverdienen, 2026 also 603 € im Monat brutto, Pauschalen eingerechnet, ohne dass dein BAföG gekürzt wird. Bei der Familienversicherung in der Krankenkasse liegt die Einkommensgrenze 2026 bei 565 € im Monat, und Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit zählt dabei mit.

Ein Rechenbeispiel, gerundet: Sechs Stunden Nachhilfe pro Woche zu 20 € sind 120 € pro Woche und etwa 520 € im Monat. Damit bleibst du unter beiden Grenzen. Bei acht Stunden wärst du drüber und müsstest die Krankenversicherung neu regeln. Die Werkstudentenregel mit ihren 20 Wochenstunden gilt übrigens nur für angestellte Jobs. Bei selbstständiger Nachhilfe schaut die Krankenkasse auf dein Einkommen und darauf, dass das Studium im Vordergrund bleibt. Wie sich Nachhilfe gegen Werkstudentenjob und Kellnern schlägt, steht in unserem Vergleich zum Nebenjob im Studium.

Wie du deinen Preis nennst: Marvins drei Sätze

Der Preis steht in der ersten Nachricht. „Ich nehme 20 € pro Stunde, die erste Stunde ist eine normale Stunde zum vollen Preis, danach entscheiden wir gemeinsam, ob es passt.“ Damit ist die Frage geklärt, bevor jemand am Küchentisch sitzt.

Die Probestunde ist nicht gratis. Eine kostenlose erste Stunde signalisiert, dass deine Zeit nichts wert ist, und Eltern, die deshalb absagen, hätten ohnehin nicht lange gebucht.

Die Erhöhung kommt nach dem Notensprung. Wenn dein Schüler von einer Vier auf eine Zwei geht, ist das der Moment für „ab nächstem Monat 22 €“. Niemand diskutiert einen Preis, der gerade seine Wirkung gezeigt hat. Dasselbe Prinzip gilt beim Babysitten, dazu haben wir einen eigenen Beitrag.

Der Markt: 11,5 Millionen Schüler, fast jeder fünfte Gymnasiast mit Nachhilfe

Die aktuellste große Studie zum Nachhilfemarkt stammt von der Bertelsmann Stiftung und ist inzwischen zehn Jahre alt, sie liefert aber die einzigen belastbaren Gesamtzahlen. Demnach nehmen 14 Prozent der Schüler zwischen 6 und 16 Jahren Nachhilfe, ab Klasse 5 rund 18 Prozent, unter Gymnasiasten fast jeder fünfte. Eltern gaben damals 879 Millionen Euro im Jahr aus, im Schnitt 87 € pro Monat und Nachhilfeschüler. Mathe war mit 61 Prozent das häufigste Fach, gefolgt von Fremdsprachen mit 46 und Deutsch mit 31 Prozent.

Die Basis ist seitdem gewachsen: Im Schuljahr 2025/26 werden laut Statistischem Bundesamt rund 11,5 Millionen Schülerinnen und Schüler unterrichtet, 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei 14 bis 18 Prozent Nachhilfequote sitzen in jeder Schule in deiner Nähe Dutzende potenzielle Kunden, und Mathe bleibt das Fach, in dem am meisten gesucht wird. Falls du Mathe kannst, hast du gute Karten.

Häufige Fragen zum Nachhilfe Stundenlohn

Wie viel sollte man für eine Stunde Nachhilfe verlangen?

Als Student 15 bis 20 €, in Mathe, Physik oder für die Oberstufe 20 bis 30 €. Als Schüler 10 bis 15 €, als ausgebildete Lehrkraft 25 bis 40 €. Online liegen die Sätze ein paar Euro darunter.

Ist Nachhilfe Schwarzarbeit?

Nicht, wenn du dich beim Finanzamt als Freiberufler meldest und die Einnahmen in der Steuererklärung angibst. Bis zum Grundfreibetrag von 12.348 € im Jahr fällt keine Steuer an, angeben solltest du sie trotzdem.

Wie viel kostet eine Einzelstunde Nachhilfe?

Privat laut jobruf durchschnittlich 27,50 € pro 45 Minuten. Bei Instituten zahlen Eltern für Einzelunterricht zwischen 18,45 € (Studienkreis online) und 24,12 € (Schülerhilfe) pro Unterrichtsstunde von 45 Minuten, bei GoStudent laut ver.di 21,49 bis 34,49 € pro Stunde.

Was kann ich als Schüler für Nachhilfe verlangen?

Bis Klasse 10 nennt tutorspace 5 bis 15 €, realistisch sind 10 bis 15 €, gegen Ende der Schulzeit bis 20 € pro Stunde. Der Mindestlohn gilt für dich unter 18 nicht, deshalb liegt es an dir, nicht unter 10 € anzufangen.

Muss ich Nachhilfe versteuern?

Ja, sie ist eine freiberufliche Tätigkeit und gehört in die Steuererklärung. Steuer fällt aber erst an, wenn dein gesamtes Einkommen den Grundfreibetrag von 12.348 € übersteigt. Die Übungsleiterpauschale von 3.300 € gilt nur für Nachhilfe über gemeinnützige oder öffentliche Einrichtungen.

Wie viel darf ich als Student mit Nachhilfe verdienen?

Ohne BAföG-Kürzung bis 603 € im Monat brutto (Pauschalen eingerechnet), ohne die Familienversicherung zu verlieren bis 565 € im Monat. Bei 20 € pro Stunde sind das gerundet sechs Stunden pro Woche.

Fazit von Marvin

Der Nachhilfe Stundenlohn ist höher, als die meisten Studierenden sich trauen zu nehmen, und niedriger, als die Institute ihren Kunden berechnen. Dazwischen liegt dein Spielraum: 15 bis 20 € als Student, 25 € mit Fachnachweis, mehr in Mathe und Physik. Meld dich beim Finanzamt und nenn deinen Preis in der ersten Nachricht. Erhöhen kannst du nach dem ersten Notensprung. Die 10 € aus meinem ersten Semester waren ehrlich gemeint. Sie waren trotzdem zu wenig.

Quellen